Two persons, two motorcycles, tent

Geschrieben von Fraro (fraro) am 01.10.2009
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Norwegen 2005: "Two persons, two motorcycles, tent!"

 Ich habe lange davon geträumt, einmal nach und durch Norwegen zu reisen. Besonders nachdem ich die "Fahrerlaubnis für Krafträder ohne Leistungsbeschränkung", vulgo den Motorradführerschein, erworben hatte, ließ mich der Gedanke an eine Motorradtour durch das Land der Elche und Fjorde, der Gletscher und Trolle nicht los.

In Markus Fischer, den ich von Kindesbeinen an kenne (genau genommen seine Kindesbeine, denn als wir uns das erste Mal trafen, war ich 18 Jahre alt und er fünf...), habe ich einen idealen Reisegefährten gefunden. Markus ist viel vernünftiger als ich, trotzdem aber spontan, witzig, geduldig- und für jeden Spaß zu haben.

Genau wie ich wollte er das Land spontan erleben, ohne vorher große Pläne zu machen. Wir hatten beide nur die Vorstellung von Norwegen als sehr großem, weitem Land, dünn besiedelt, wild und ursprünglich. Alles andere wollten wir vor Ort herausfinden. Der Satz "Two persons, two motorcycles, tent" sollte dabei eine zentrale Bedeutung spielen. Doch lest selbst!

Jeden Abend haben wir Tagebuch geführt und unsere Eindrücke und Erlebnisse festgehalten. Dieser Bericht basiert auf den Notizen, die ich mir gemacht habe...


Dienstag, 19.07.2005 - Der Start

Heute vormittag rödeln wir die Motorräder zum ersten mal auf. Beim Verzurren meines Gepäcks löst ein Gepäckgummi, als ich gerade mächtig an ihm herumzupfe, um es irgendwie um die Rollen und Koffer herumzuwürgen. Der Blechhaken schlägt seitlich an meiner Stirn ein, ich trage ein Beulchen und einen kleinen Bluterguß davon. Aua! Ich verlängere das Vergnügen des Schmerzes, indem ich einen engen Sturzhelm überziehe. Das Stirnpolster drückt und massiert genau auf die verwundete Stelle. Schöner Urlaubsbeginn!

Um 11:30 Uhr schiffen wir uns auf dem Dampfer "Weser Stahl" in Bremen ein. Die "Weser Stahl" ist ein 192 m langes und 32 m breites Frachtschiff für den Transport von Eisenerz. Es ist 44.500 to groß und löscht derzeit eine Ladung Erz an der Anlage der Stahlwerke Bremen. Nun fährt es leer zurück nach Narvik in Nord-Norwegen, um eine neue Ladung zu holen.

Die "Weser Stahl" im Bremer Hüttenhafen.

Die Mannschaft des Schiffes besteht aus Indern. Die sprechen alle ein sehr gutes Englisch, so daß wir mit der Kommunikation keine großen Probleme haben. Ich selbst kenne den Kapitän und die Crew, zum Teil schon seit vielen Jahren. Die "Weser Stahl" ist eine der Hauptkundinnen meiner Firma, gewissermaßen unser "Butter-und-Brot-Schiff".

Unsere Motorräder holen wir mit den Proviantkran an Bord. Die Besatzung hat uns sehr dabei geholfen. Es ist ein verdammt mulmiges Gefühl, wenn das Motorrad, daß ja einen Wert von mehreren Bruttomonatsgehältern hat, plötzlich in fremde Hände gegeben wird und dann an einem dünnen Stahlseil hängend 15 Meter hochgehoben wird. Ein kleiner Fehler der Inder, ein kurzes Aufprallen an der Bordwand hätte gereicht, und der Urlaub wäre genauso gestorben wie der Rest des Motorradjahres, denn eine neue Maschine hätten wir uns beide nicht leisten können.

Die erfahrenen und eingespielten Matrosen wischen unsere Bedenken aber mit einem Lachen beiseite, sie konzentrieren sich auf ihre Aufgabe und setzen unsere Feuerstühle butterweich auf das C-Deck (das ist der dritte Stock).

Allerdings scheint sich die Crew nicht ganz über den wahren Wert eines klassischen Kardantourers im Klaren zu sein. Denn während Meine GSX 1100 G (genannt "Molly") mit drei lumpigen Tampen gesichert wird...

Molly ist leicht angebunden.

...haben diese Ahnungslosen das 80 Kg leichtere Fahrzeug meines Reisegefährten mit 12(!) Tauen geradezu am Schiff festgenäht. Hmpf.

Jeanette: Japanisches Bondage.

Um 14:30 Uhr legen wir dann vom Pier ab. Zunächst schippern wir die Weser runter, an Bremerhaven vorbei. Querab Bremerhaven steigen die Flußlotsen aus und der Seelotse kommt an Bord. Er begleitet uns bis zur Position "Wesertonne", dort steigt er in ein wackeliges Schlauchboot um, das ihn am Lotsenstationsschiff absetzen wird. Und das alles in voller Fahrt bei zweieinhalb Meter Wellengang. Respekt!

Wir dagegen lassen die Außenweser hinter uns und passieren Helgoland an Steuerbord. Jetzt werden wir für lange Zeit kein Land mehr sehen. Markus verbringt den Rest des Nachmittags damit, möglichst peinliche Fotos von mir zu schießen. Er ist eben ein netter Mensch.

Je weiter wir die Deutsche Küste hinter uns lassen, desto windiger wird es. Das Schiff beginnt auch leicht zu rollen ("schaukeln"), vorsichtshalber habe ich eine Reisetablette geschluckt, denn immerhin bin ich das erste Mal mit einem Schiff unterwegs. Wenn ich mich sonst (beruflich) auf irgendwelchen Dampfern aufhalte, liegen die die immer fest vertäut im Hafen.

Den Nachmittag haben wir in unseren Campingstühlen oben auf dem Peildeck verbracht. Wir waren albern wie die Teenager und haben viel gelästert und noch mehr gelacht...



Mittwoch, 20.07.2005 - Zweiter Tag auf See.

Das Wetter ist rauher geworden. Der Wind bläst jetzt mit 6 - 7 Bft., der Seemann spricht hier von steifem bis starkem Wind. Die See ist grob, die Wellenhöhe beträgt um die dreieinhalb Meter. Unser Dampfer rollt und stampft ordentlich, d. h. für Landratten: Es schaukelt ganz schön. Im Gegensatz zu Kreuzfahrtschiffen und Fähren haben die meisten Frachtschiffe keine Stabilisatoren, die die Bewegeungen des Schiffskörpers mildern oder gar völlig unterdrücken.

Es fühlt sich an, als ob wir in einem riesigen, viel zu weich gefederten LKW über eine äußerst bucklige Piste fahren. Schläge und Stöße von den hohen Wellen lassen das ganze Schiff erzittern, über allem liegt ein Grundschaukeln.

Für mich ist es eine interessante Erfahrung, als mich morgens die Toilette abzuwerfen versucht wie beim Rodeo. Auch das Treppensteigen (wir sind auf dem D-Deck untergebracht, das ist der vierte Stock) wird zum Abenteuer. Ein seltsames Gefühl, wenn man eine Treppe hochgehen will- und diese kommt einem entgegen...

Gegen Abend frischt der Wind noch mehr auf. Wir haben jetzt steifen bis stürmischen Wind. Blöderweise ist der Wind etwas ausgeschossen, so daß er mehr von der Seite hereinkommt. Dadurch rollt die "Weser Stahl" noch mehr.

Erstaunlicherweise wird weder Markus noch mir schlecht, obwohl wir beide absolute Landratten sind. Markus ist zwar ein wenig mulmig im Magen, aber das führt er auf das extrem scharfe Essen zurück. Die Inder sind (für unsere Begriffe) völlig geisteskrank, wenn es um den Gebrauch von Gewürzen geht. Ich glaube mittlerweile sogar, daß die Brüder ein Vanilleeis verwürzen könnten.

Die Nahrungsaufnahme ist ein Kapitel für sich. Ich habe hauptsächlich Reis auf dem Teller, dazu ein paar Tropfen Soße zum Würzen. Markus ißt hauptsächlich Salat, zu dem es ein handelsübliches 1000-Island-Dressing aus der Flasche gibt. Aber wirklich satt wird er davon auch nicht. Spätabends, gegen 23:00 Uhr, haben wir im Kühlschrank in der Offiziersmesse einen Vorrat hartgekochte Eier und Toastbrot entdeckt. Ein Festmahl zu später Stunde!

Den Tag haben wir hauptsächlich auf der Brücke verbracht. Wir gucken den Offizieren beim Arbeiten zu. Vormittags kreuzt die "Sandnes" unseren Weg in Sichtweite. Das Schiff ist ebenfalls einer meiner Arbeitgeber und den Kapitän kenne ich seit vielen Jahren. Ich habe ihn über UKW angerufen- er war ziemlich überrascht. Kapt. Yanez und seine Crew sind Nachts von Jelsa ausgelaufen und befinden sich auf dem Weg nach Northfleet in England. Wir sind ein bißchen neidisch auf das Schiff, denn es pflügt mit rund 14 Knoten (knapp 28 Km/h) durch's Wasser und ist damit knapp doppelt so schnell wie wir.

      Die "Sandnes" kreuzt unseren Weg.

Wir wünschen uns gegenseitig eine gute Reise.

Später haben wir "Uno" und "4 gewinnt" gespielt, beide Spiele haben wir als Reiseausgabe dabei. Die Besatzungsmitglieder kennen beide Spiele nicht, sind aber lernwillig und wir haben alle zusammen viel Spaß. Beim "Vier gewinnt" ledert mich Markus 12:1 ab- beim "Uno" habe ich dann aber Oberwasser!

Ein ungewohnter Anblick bietet sich beim Blick aus den Fenstern der Brücke: Die Nordsee ist hier draußen von tiefblauer Farbe und durchsichtig wie Glas. Unser Schiff schäumt und sprudelt sich durch die klaren Fluten wie ein riesiger Mixer.  Markus und ich haben stundenlang nach irgendwelchen Viechern im Wasser Ausschau gehalten- gesehen haben wir bloß ein paar Quallen.

Wir sind laut Seekarte an der dänischen Küste entlanggefahren und haben am frühen Abend die Südküste Norwegens erreicht. Allerdings sind wir von den jeweiligen Küsten so weit entfernt, daß wir kein Land ausmachen können.


Donnerstag, 21.07.2005 - Dritter Tag auf See.

Schlechte Nachrichten. Bei unserem morgendlichen Besuch auf der Brücke erfahren wir, daß unsere voraussichtliche Ankunftszeit in Narvik sich von Freitagabend auf Sonntagmorgen verschoben hat. Scheißsturm. Die Windstärke berträgt konstant etwa 8 Bft, und wir haben den Wind direkt von vorn. Die Wellenhöhe beträgt immer noch um die 3,50 m, unser Schiff stampft gegen den stürmischen Wind an und unsere Geschwindigkeit beträgt noch knapp 6 Kn (ca. 12 Km/h). Man könnte locker nebenher joggen. Unsere Position am Mittag ist querab von Stavanger (Südliches Norwegen).

Markus nörgelt. Es dauert ihm alles zu lange. Wir haben noch einen schnellen Blick auf die Motorräder geworfen. Die Besatzung war so nett, beide Motorräder mit dicken Plastikplanen  abzudecken, aber dennoch bekommen die Maschinen städig etwas salziges Wasser ab. Vor allem an den Bremsscheiben beginnt sich Rost breitzumachen.

An Deck der "Weser Stahl": Molly ist verpackt.

Gegen Abend entwickelt sich der stürmische Wind zu einem ausgewachsenen Sturm in Stärke 8-9, in Böen 10 Bft. Die See geht jetzt bis zu 4,50 m hoch. Das ganze Deck des Schiffes wird jetzt immer wieder mit Wasser überspült, obwohl die "Weser Stahl" unbeladen ist und einen Freibord von rund sieben Metern hat. Vorne am Bug schäumt und spritzt die Gischt wie an einem Felsenriff bei den Galapagos-Inseln. Die ganze Luft ist naß und salzig. Die Scheibenwischer oben auf der Brücke arbeiten auf vollen Touren und können die Fenster kaum frei halten- obwohl es nicht regnet.

Es ist jetzt bis Mitternacht hell, die Nacht wird immer kürzer, je weiter wir nach Norden kommen.

Den Tag haben wir wieder bei Karten- und Brettspiel verplempert, abends haben wir uns DVDs angeguckt. Viele der Dinger lassen sich auf Deutsch umstellen, das macht die Sache für uns (obwohl wir beide passabel Englisch sprechen) doch erheblich entspannter. Ansosnten lesen wir auch viel oder dämmern einfach vor uns hin. Im Gegensatz zu den Leuten um uns herum haben wir Ferien und brauchen nicht zu arbeiten. Hilfsangebote an Kapitän und Crew werden empört zurückgewiesen.

Der Autor inspiziert die Bordvideothek.

Ein Highlight haben wir im wahrsten Sinne des Wortes Nachts auf der Brücke erlebt: Uns kam ein voll beleuchteter Kreuzfahrer entgegen, die "Costa Atlantica". Das große, hell erleuchtete Schiff sah mächtig imponierend aus. Mit dem Fernglas konnten wir einige Blicke in Bars und Lounges riskieren. Ein riesen Eimer von Schiff!


 Freitag, 22.07.2005 - Vierter Tag auf See.

Die Neuigkeiten von der Brücke werden nicht besser. Der besorgte Blick auf die Geschwindigkeitsanzeige des GPS sagt uns, daß wir nur noch 2 - 2,5 Kn (ca. 5 Km/h) laufen. Der nächste Routineblick gilt der Seekarte: Seit gestern sind wir in 24 Stunden nur 120 Meilen weit gekommen. Nun spricht der freundliche Offizier von Ankuft Narvik Sonntagabend oder Montagmorgen.

Markus und ich beginnen, unsere Tour zusammenzustreichen, denn auch unser Urlaub wird ja irgendwann zuende sein. Unser Plan war es eigentlich, von Narvik aus weiter nach Norden zu fahren um am  ein Erinnerungsfoto am Nordkap zu machen. Das sind von Narvik aus noch einmal rund 780 Straßenkilometer. Diesen Abstecher haben wir nunmehr gestrichen, sonst würde die ganze restliche Tour in Streß ausarten. Stattdessen beschließen wir, die Lofoten zu bereisen.

Gute Nachrichten kommen dagegen aus der Kombüse: Seit heute bekommen wir "deutsches" Essen, oder zumindest das, was der Koch dafür hält. Mit der indischen Küche (die sehr lecker ist) haben wir nach drei Tagen so unsere Probleme. Morgens, mittags und abends die sehr scharfen Speisen zu essen schlägt uns allmählich auf den Magen. Wir haben uns zwar nicht beklagt (und würden das auch in Zukunft nicht tun, schließlich sind wir nur Gäste auf dem Schiff), aber es fiel wohl auf, daß morgens immer das Toastbrot und die hartgekochten Eier aus dem Kühlschrank verschwunden sind- und weiterhin, daß wir hauptsächlich Reis und Salat essen...

Heute bekamen wir Kartoffeln und Huhn. Der sehr nette Chiefcook hat sich mächtig ins Zeug gelegt, uns ist es fast ein bißchen peinlich, daß er für uns nun extra kocht. Er scheint aber großen Spaß daran zu haben "europäisch" zu kochen. Und das Ergebnis kann sich sehen (und schmecken) lassen! Das, was er uns da zusammenbrutzelt, ist durchweg sehr, sehr lecker. Wir werden auch wieder richtig satt und sparen nicht mit Komplimenten.

Der Sturm fängt an zu schwächeln; in der Nacht hatte er etwas nachgelassen. Heute tagsüber erreichte die Windstärke zwar noch einmal 8 - 9 Bft (Sturmstärke), gegen abend flaut es aber weiter ab. Unsere Geschwindigkeit liegt mit rund 10 Kn nun wieder bei dem normalen Reisetempo der "Weser Stahl". Die Wellenhöhe erreicht immer noch 4,5 m, daß Schiff arbeitet mächtig.

Vor allem aber hört das "Kreuzen" auf. Das Schiff hat in den letzten Tagen einen raumgreifenden Zick-Zack-Kurs gesteuert. Nun liegt wieder direkter Kurs auf den Vestfjord an, an dessen hinterstem Ende die Stadt Narvik liegt.

Bei Markus und mir macht sich allmählich Langeweile breit. Wir können "die Hütte" (das Brückenhaus) wegen des starken Windes und des hohen Seegangs seit Tagen nicht verlassen. Wir lesen jetzt viel (ich habe den kompletten "Total verhext" von Terry Pratchett in einem Zug durchgelesen), spielen "Uno" oder gucken DVDs. Ansonsten hangeln wir uns von Mahlzeit zu Mahlzeit.

"Weser Stahl": Meine Kabine.

Mein geschätzter Reisegefährte verteidigt nachmittags unsere Ehre beim Tischtennis. Offiziere und Mannschaften tragen regelmäßig kleinere Turniere aus, und wir sind dazu eingeladen. Tischtennisspielen gehört nicht zu meinen Talenten, darum habe ich nur zugeguckt. Ich hätte schon Mühe, überhaupt den Ball zu treffen. Markus ist zwar auch kein TT-Spieler, aber ansonsten sportlich und durchtrainiert. Er schlägt sich sehr wacker!


Sonnabend, 23.07.2005 - Fünfter Tag auf See.

Erstaunlicherweise bemerken wir die Bewegungen des Schiffs gar nicht mehr. Während wir in den ersten beiden Tagen (vor allem, als der Wind immer weiter zunahm) herumgewankt sind wie mehr oder weniger stark betrunken, stehen wir nunmehr wieder mit beiden Beinen fest auf dem (Schiffs-) Boden. Die uns entgegenkommende Treppe hat genauso ihren Schrecken verloren wie die engen Flure. Anfangs mußten wir immer warten, bis die "Weser Stahl" in die richtige Richtung schaukelt, um die Treppe überwinden zu können- jetzt marschieren wir ganz locker rauf und runter. Auch unser Schlingerkurs, wenn wir geradeaus laufen wollten, hat sich gegeben. Der Sturm hat uns wohl abgehärtet. Schlecht war uns die ganze Zeit nicht- darauf sind wir schon ein bißchen stolz!

Wir haben bis kurz vor dem Mittagessen gepennt. Ich war viel früher hoch als Markus, und wollte nicht allein runter in die Messe (den Speiseraum) gehen. Also habe ich meinen treuen Gefährten ebenso sanft wie liebevoll aus dem Bett geschmissen. Schön mit der Videokamera im Anschlag. Ein paarmal herzhaft gegen die Tür ballern, diese mit einem Schwung aufreißen, gleichzeitig Licht einschalten und ein fröhliches "GUTEN MORGEN!!"- schon war der Herr Fischer putzmunter. Hähähä.

Wir kommen uns allmählich vor wie eingesperrt. Schlafen, essen, schlafen, essen,... Öde. Alle anderem auf dem Schiff haben ja was zu tun, und da unsere Hilfe nicht gefordert ist, versuchen wir, der arbeitenden Bevölkerung möglichst nicht im Weg herumzustehen. Unser Hauptgesprächspartner ist der 3. Offizier Karan (22), der meistens die Nachmittagswache auf der Brücke hat. Ein sehr freundlicher junger Inder, der zuhause auch Motorrad fährt und uns ansonsten gerne mal beim "Uno" abzockt.

Auf der Brücke (v. l. n. r): Karan, Fraro, Matrose

Karan ist sichtlich froh, daß er auf der Brücke nicht alleine ist und jemanden zum quatschen hat, obendrein jemanden, der seine privaten Interessen teilt und mit dem er mal was anderes besprechen kann als nur das Schiff, seine Ladung und seinen Kurs. Er zeigt uns viel von der Brücke, erklärt uns einen Sextanten, zeigt uns, wie man das Radar abliest, wie man einen Kurs absteckt und noch 1000 Dinge mehr. 

Heute habe ich zum ersten Mal auf Wäsche aus dem Motorradkoffer zurückgegriffen. Ich hatte zuhause einen Rucksack mit "Seewäsche" gepackt. Darin habe ich dann die gebrauchten Kleidungsstücke wieder hineingestopft. Diesen Rucksack werde ich auf dem Schiff zurücklassen und mit von Bord nehmen, wenn ich in Bremen wieder "dienstlich" an Bord bin.

Da wir aber nun schon über die geplante Dauer der Seereise hinweg sind, blieb heute morgen nur der Griff zu den Tourenklamotten. Auch gut- dann muß ich nicht soviel Gepäck durch Norwegen transportieren...

Nachmittags haben wir ein wenig technischen Dienst an den Motorrädern vorgenommen. Die Bremsscheiben sind von der ständigen Berieselung mit Salzwasser schwer angegriffen. Wie schrubben sie irgendwie wieder einigermaßen blank und ölen sie leicht ein. "WAS?!" mag jetzt der eine oder andere Leser ausrufen, "Ihr ÖLT die BREMSEN ein? Seid Ihr noch zu retten?". Die Bremsen und die kompletten Motorräder haben wir schon bei Antritt der Seereise dünn eingeölt, und jetzt erneuern wie die Ölschicht. Damit wollen wir weiteren Gammel verhindern. Kaputte Scheiben nützen uns auch nichts, da putzen wir die Teile lieber vor Fahrtantritt wieder blank. Ansonsten haben die Maschinen dem Wetter und dem salzigen Wasser erstaunlich gut widerstanden. Die gründliche Prophylaxe trägt wohl Früchte.

Ojeoje: Die Bremsscheiben halten der Salzwasserberieselung nicht stand!

Unser Freund, der Smut meint es fast zu gut mit uns: Heute abend tischte er für jeden von uns zwei riesige (selbstgemachte) Chickenburger mit jeweils amtlich Pommes auf. Markus und ich fressen brav unsere Teller leer. Mit "essen" oder "speisen" hat diese Tätigkeit nichts mehr zu tun, mehr mit "hineinschaufeln bis kurz vor die Kotzgrenze".  Wir kommen kaum von den Stühlen wieder hoch.

A propos Kotzgrenze: Das nächste Sturmtief hat uns fest im Griff. Wir laufen zwar noch 8 Kn, aber wir kreuzen schon wieder gegenan. 13 Sm ab vom Kurs & wieder zurück. Unsere Ankunft in Narvik wird sich wohl auf Montag verschieben, wenn kein Wunder geschieht. Der Wind kommt durch das Kreuzen fast querab herein (d. h. er bläst von der Seite), der Dampfer rollt wie verrückt. Uns alten Seebären macht das aber nichts.

Wir wollen endlich Moped fahren! Und im Zelt schlafen! Wir werden hier ja sehr verwöhnt und sind auch sehr dankbar dafür- aber so langsam wollen wir ankommen. Die Crew ist auch langsam genervt von der langen reise und läßt sich gerne von uns mit Kartenspielen und Geschichtenerzählen vom Frust ablenken.

Interessant: Wir sind inzwischen soweit nördlich, daß es erst um 00:30 Uhr dunkel wird- aber um 03:00 Uhr schon wieder hell ist...


 Sonntag, 24.07.2005 - 6. Tag auf See.

Laaaand! Land in Sicht!

Seit heute morgen sind wir im Vestfjord unterwegs. Backbords liegen die Lofoten, steuerbords die schroffen Gipfel des norwegischen Festlandes. Schwester Sonne lacht von einem nur leicht bewölkten blauen Himmel, die See ist ruhig und fast glatt. Der Anblick ist unglaublich. Es wirkt, als hätte man die Alpen ausgegraben und bei uns an der Nordsee wieder eingepflanzt. Das tiefblaue Wasser bricht sich in der Ferne direkt am Fuß der Berge mit ihren zum Teil noch schneebedeckten Gipfeln. Uns stockt fast der Atem. Und je weiter wir in den Fjord hineinfahren, desto dichter rücken die Berge rechts und links an uns heran. Hier und da tauchen die ersten roten Häuser mit weißen Fenstern auf- es sieht ein bißchen aus wie in Bullerbü.

Wir sind eine ganze Weile unterwegs, denn bis Narvik ist der Fjord über 110 Sm (rund 200 Km) lang. Bei unserem Tempo brauchen wir über 10 Stunden, bis wir die Bucht der Länge nach durchfahren haben werden. Zum ersten mal seit Tagen können Markus und ich unseren Knast verlassen und wir unternehmen einen Spaziergang rund ums Hauptdeck. Wir lachen und albern herum wie die Schuljungen!

Weser Stahl: Blick von Mittschiffs nach achtern

 

Markus hält alles im Bilde fest

Mittags wurde eine Rettungsübung veranstaltet. Die Alarmglocke schrillte, und jedermann mußte seine Rettungsweste überziehen und sich auf seine Station begeben. Für die Mannschaft hieß das: Ab ins Rettungboot (aber ohne dieses ins Wasser zu werfen), Markus und ich mußten rauf auf die Brücke. Wo unsere Schwimmwesten sind, hatten wir uns glücklicherweise vorher eingeprägt.

                 Der Autor ist für den Ernstfall gerüstet.

Jetzt ist es 21:00 Uhr. Der norwegische Lotse ist an Bord, und hinter der nächsten Kurve müßte Narvik in Sicht kommen. Da ist es! Oje: Schon von weitem  sieht man  schwere Bausünden aus den 70er Jahren: Zwei Hochhäuser in genau dem schnöden grauen Betonstil, der eigentlich nirgendwo richtig hinpaßt- am allerwenigsten aber wohl in einen verschlafen wirkenden norwegischen Fischerort.

Eher häßlich: Narvik. Im Vordergrund ein Lotsenboot.

Wir planen, unsere Motorräder gleich bei Ankunft an Land zu setzen. Morgen wollen wir früh aufstehen, noch an Bord früstücken, uns von allen verabschieden und dann zu unserer großen Tour starten. Wir sind schon ganz kribbelig!

01:30 Uhr. Eigentlich ist ja heute schon Sonntag, aber gefühlt ist immer noch Sonnabend. Draußen ist es so hell, daß man problemlos Zeitung lesen könnte. Die Sonne ist nicht untergegangen und wird es auch nicht mehr tun.

Alles in allem haben Markus und ich eine sehr entspannende und erholsame erste Urlaubswoche hinter uns, bei bester Verpflegung, toller Unterkunft und in netter Gesellschaft. Wir sind auch sehr froh, daß wir so gut miteinander auskommen, auch nachdem wir eine knappe Woche zusammen eingesperrt waren. Das ist nicht selbstverständlich, denn auch wenn wir uns schon ziemlich lange kennen- sehr nahe sind wir uns (schon wegen des Altersunterschiedes) vorher nie gekommen. Insofern war diese Reise schon ein gewisses Wagnis.

Unser Aufenthalt an Bord war geprägt von großer Ernsthaftigkeit und Seriösität.

Aber wir kommen nicht nur bestens miteinander aus, wir haben obendrein viel Spaß zusammen, lachen über dieselben Dinge und sind auch was die weitere Tourplanung angeht sehr oft der gleichen Meinung. Und wenn mal nicht, fällt es uns beiden auch nicht schwer, Zugeständnisse zu machen und einen Kompromiß zu finden.

Mit der Tourplanung beschäftigen wir uns jetzt etwas intensiver. Nachdem wir einvernehmlich den Abstecher zum Kap abgesagt haben, wollen wir uns zunächst westlich orientieren und die Lofoten gründlicher erkunden. Wir wollen auf der Inselkette auch unsere erste Nacht im Zelt verbringen.  Unser erstes Fernziel ist die Stadt Trondheim in Mittelnorwegen. Dort wollen wir am kommenden Freitag eintreffen. Dann ist alles nach Plan gelaufen.

Außerdem denken wir darüber nach, auf welchem Weg wir nach Deutschland zurückkehren wollen. Es bieten sich drei Optionen: 

a) Mit dem Schiff von Jelsa nach Bremen oder Bremerhaven. Eine andere von mir betreute Reederei fährt regelmäßig von Jelsa (Südnorwegen, zwischen Haugesund und Stavanger) nach Deutschland. Dort könnten wir einsteigen, wenn gerade ein passendes Schiff abfährt. Vorteil: Es kostet nichts und ist von den Kilometern her überschaubar. Nachteil: Wir wissen derzeit noch nicht, ob überhaupt ein Schiff fahren wird. Außerdem haben wir von der Seefahrt erstmal die Nase voll, wer weiß denn schon, welch Ungemach uns auf der Seereise wieder dräut?

b) Wir fahren bis an den Südzipfel von Norwegen und nehmen ab Kristiansand eine Fähre nach Hirtshals in Dänemark. Von dort aus dann via Autobahn zurück nach Garlstedt. Vorteil: Es ist die kürzeste Verbindung, und wir sehen noch viel von Südnorwegen. Nachteil: Die Fähre ist relativ teuer, und fahrerisch müssen wir uns mehr ins Zeug legen.

c) Wir fahren über Schweden, die Brücke über den Großen Belt und dann via Dänemark zurück. Vorteil: Die Brücke ist nicht so teuer und wir sehen noch viel von Norwegens und Schwedens Süden. Nachteil: Es ist ein RIESEN-Umweg.

Derzeit favorisieren wir die Variante c), aber mal gucken, was das Leben so bringt. Wir müssen uns ja erst in ca. anderhalb Wochen festlegen.


Montag, 25.07.2005 - Erster Tourtag: Die Lofoten

Das Schiff liegt wohlvertäut an der Anlage der Firma LKAB Schwedenerz und übernimmt die nächste Ladung für Bremen. Wir dagegen haben schon gestern Nacht unsere Motorräder an Land gesetzt. Heute morgen haben wir sie beladen, noch herzhaft gefrühstückt, uns von allen Leuten an Bord verabschiedet und sind gegen 10:30 Uhr gestartet. Der Kapitän hat uns noch eine Stange Marlboro und einige Dosen Bier mitgegeben (mehr kriegen wir beim besten Willen nicht unter), und nun sausen wir los.

Die Motorräder scheinen auf diesen Moment gewartet zu haben, sie springen sofort an und beide Motoren laufen wie die Glöckchen. Zunächst verfranzen wir und auf dem großen Firmengelände und finden keinen Ausgang- doch schließlich landen wir in Narvik. Unser erster Stop führt uns zu einer Tankstelle. Ich habe mich vorher im Internet schlau gelesen. Somit wissend, daß der Sprit in Norwegen viel billiger ist als in Deutschland, sind wir natürlich mit möglichst leerem Tank gestartet. An der Zapfsäule fallen wir munter von einer Ohnmacht in die nächste, denn das Internet hat uns falsch informiert, oder ich habe nicht genau genug hingeguckt- denn umgerechnet kostet der Liter Benzin 1,50 Euro. Zuhause kostet er € 1,15! Ich ernte den einen oder anderen bösen Blick auf dem Weg zum Kassenhäuschen.

Interessant finde ich die Zapfsäulen: Es gibt nicht einen extra Zapfhahn für jede Spritsorte, sondern einen Schlauch für alles. Den gewünschten Treibstoff wählt man per Knopfdruck.

Aller Grimm über meine vielleicht doch etwas oberflächliche Recherche zum Thema "Spritpreise in Norwegen" sind aber schnell vergessen, als wir Narvik westwärts verlassen und nun endlich mit unseren eigenen Maschinen Kurs auf die Lofoten nehmen. Die Straßen sind wunderbar, auch außerhalb der Ortschaften ist der Apshalt glatt und griffig. Unserer norddeutsche Heimat verwöhnt uns auf dem Gebiet ja nicht unbedingt.

Lofoten: So ein Panorama liegt da einfach in der Gegend herum!

Lustig ist's, wie sich der Norweger einen Tunnel baut: Er sieht vor sich einen Berg und denkt sich "...DA muß die Straße durch." Sodann meißelt er ein schönes, großes Loch in den Fels- und fertig ist der Straßentunnel.

Nur in längeren Tunnelsystemen, so ab ca. zwei Kilometern Länge, hängt ab und zu mal eine trübe, gelbe Funzel zur "Beleuchtung". Wenn irgendwo ein Bächlein von der Decke rinnt oder wenn sich größere Steine lösen, dann werden auch schon mal Matten und/oder Stahlnetze an den Wänden befestigt. Das gibt gerade älteren Bergdurchfahrten das herbe Aussehen eines Patworkteppichs. Eine "richtige" Verkleidung haben indes die Tunnelwände nicht.

Jeder aufrechte deutsche Tiefbauingenieur würde sich vor Kummer abends leise in den Schlaf weinen und zum Ausgleich am nächsten Tag einige dicke Wälzer mit EU-Vorschriften über Straßenbelag, Tunnelbeleuchtung, Rettungswege, Belüftung, Armierung und Auskleidung auswendig lernen.

Es gibt in Norwegen sehr viele Straßentunnel. Und die meisten sind, gerade im hohen Norden jenseits des Polarkreises, wirklich nur einfache Löcher im Berg. Kein Nottelefon, keine aufgemalten Fahrspuren, keine Rettungsröhre- NIX! In den Tunnelwänden kann man noch die Spuren der Preßlufthämmer sehen, auf dem Boden liegen Steinchen, die sich aus der rohen Steinwand gelöst haben, Wasser tritt aus Decke und Wänden aus und sucht sich seinen Weg talwärts. Und das sind keine Tunnelchen von der Größe einer breiten Straßenunterführung, sondern amtliche Tunnel von teilweise einigen Kilometern Länge. Die ersten paar Male haben wir das Gefühl, auf unseren Motorrädern durch eine Geisterbahn zu fahren.

Das macht die Fahrt im besten Sinne richtig interessant. Wildromantische, schroffe Berglandschaften wechseln sich mit schmucken Dörfchen und diesen Tunneln ab. Die Streckenführung ist einmalig, obwohl wir zunächst eisern der Hauptroute über die Inseln, der E 10, folgen.  Alle paar Kilometer gibt es Rastplätze, meist an besonders schönen und markanten Aussichtspunkten. Diese Rastplätze bestehen aus einer Parkfläche, mehreren roh gezimmerten Tischen und Holzbänken- und einem Plumpsklo.

Zigarettenpause und Posing auf einem Rastplatz.

Letzteres befindet sich in einem sehr kleinen, aber malerisch anzusehenden Holzhüttchen über einem ordentlichen Loch im Felsgestein. Ein echter "Abtritt". Ich fühle mich an die Aborte aus Terry Pratchetts "Scheibenwelt" erinnert.

Die Lofoten selber, die wir nach kurzer Zeit erreichen, bestehen hauptsächlich aus grauem Fels und (wie wir später, auf der Suche nach einem geeigneten Zeltplatz feststellen) aus Sumpfland. Die Inseln sind untereinander fast alle durch Brücken oder Tunnel verbunden, nur für einen Hüpfer müssen wir auf die Fähre.

Unsere "Mittagspause" (das Gefühl für Uhrzeiten haben wir schon lange verloren, zumal es ja nicht dunkel wird) verbringen wir in dem Fischerstädtchen Sortland. Wir suchen einen Bäcker heim und sitzen einfach so Kuchen futternd und lästernd in der Sonne.

Lästernd? Ja, für Unterhaltung sorgt die einheimische Jugend, die mit "aufgemotzen" Schlitten die Hauptstraße auf- und abflaniert. Vor allem ein älterer Polo mit jüngerem Besitzer, den Urschrei seiner zornigen 45 PS über ein Ofenrohr von der Größe eines Fabrikschonsteins in die Stille des Nachmittags brüllend, hat es uns schwer angetan. Nettes Wägelchen, schadstoffstark und leistungsarm. Aber auch andere Autos würden in der Besatzung einer durchschnittlichen TÜV Prüfstelle Gedanken an einen Betriebsausflug ins Krematorium keimen lassen.

Irgendwann am Abend, es wird so gegen 20:00 Uhr gewesen sein, beschließen wir, daß es für heute genug ist. Wir haben die Inselkette zu zwei Dritteln überquert, viele Zigaretten-und-Foto-Stops eingelegt, uns die ersten Dörfchen angeguckt (sehen auf der Karte erheblich größer aus!), und so langsam wollen wir die Zelte aufbauen und auch einen Happen essen.

Lofoten: Ein Flüßchen begleitet unseren Weg.

Eigentlich nur aus Recherchegründen fahren wir zwei Campingplätze an und informieren uns an den ausgehängten Tafeln über die Preise. Allgemeine Sparsamkeit und besondere Abenteuerlust lassen in uns aber den Wunsch reifen, "wild" zu campen. Schon allein deshalb, weil man das zuhause in Deutschland nicht darf, in Norwegen hingegen schon.

Allerdings finden wir fast nur nasse, sumpfige Salzwiesen (auch wenn die aus der ferne noch wie saftige Weiden aussahen) und sehr windumtoste Felsen. Das einzig brauchbare Fleckchen einigermaßen ebener Erde, daß wir nach zwei Stunden entdecken, hält schon ein dänisches Ehepaar mit einem angejahrten aber gepflegten T2 Campingbus besetzt.

Wir fragen, ob für uns noch ein Plätzchen frei ist, werden nett begrüßt und aufgefordert, uns einfach auszubreiten. Die Dänen sind sehr freundlich, sprechen allerdings kaum Englisch und beherrschen die deutsche Sprache so gut wie wir die dänische- tiefergehender Gedankenaustausch bleibt uns so verwehrt. Oder erspart, man weiß es ja nicht.

Der Autor kocht: Der Zwiebelgeruch macht sogar das Foto unscharf.

Hausmütterchen Fraro bereitet noch eine nette Büchse Spahetti in Bolognesesoße zu (Herr Maggi hat da schon vorgekocht), verfeinert mit einer Riesenportion gerösteter Zwiebeln und einer amtlichen Ladung Knoblauch. Die nächsten Tage werden wir wohl keine Probleme mit aufdringlichen Mädchen bekommen. Markus studiert unterdessen die Karte und steckt schon mal eine Route für den nächsten Tag ab.

Nach dem Essen (und wahrscheinlich mit dem Mundgeruch eines toten Iltisses, der aufgebläht in der prallen Sonne vor sich hin verwest) sitzen wir zufrieden in der Sonne, rauchen ein Zigarettchen und klönen. Eine Videoaufnahme dieser Szene wurde später von einer nicht näher zu benennenden Dame mit den Worten "Ihr sitzt da wie Waldorf & Statler, die beiden Alten aus der Muppetshow!"...


Dienstag, 26.07.2005 - Zweiter Tourtag: Von den Lofoten nach Bodø

Die fehlende Dunkelheit ist faszinierend und irritierend zugleich. Gestern Abend haben wir bis knapp 02:00 Uhr draußen vor den Zelten gesessen, ohne daß sich ein "Abend-Gefühl" einstellen wollte. Nachdem wir uns dann in unsere Gemächer zurückgezogen hatten, sind wir sofort eingeschlafen- oder vielmehr: Ins Wachkoma gefallen. Überwinternde Bären schlafen wahrscheinlich weniger tief.

Ein Blick aus dem Zelt: Allerbestes Wetter! Die Sonne lacht vom Himmel, ohne daß es übertrieben heiß wäre. Nach einem leichten Frühstück packen wir alles wieder ein und sausen los. Die Dänen sind schon weg- haben wir gar nicht mitbekommen. Obwohl der alte Bus sicher ganz schön gerödelt hat.

Wir folgen weiter der E10 und damit der Lofotenkette. Wir sind jetzt schon ziemlich weit draußen, die Landschaft ist oft zwar kahl und abweisend. Grauer, flechtenbewachsener Fels wechselt sich mit Wollgraswiesen und schroffen Klippen ab. Aber hinter jeder Kurve lauert ein neues Panorama, eine Aussicht ist noch grandioser als die nächste. Dann wieder kleine Dörfchen, manchmal nur aus drei, vier, fünf Häusern bestehend. Zwischendurch kleine Buchten mit winzigkleinen Sandstränden. Das alles umsäumt von glasklarem, tief türkisfarbenem Seewasser. Hinter der nächsten Kurve wartet vielleicht eine atemberaubende Taldurchfahrt. Geröllhänge, schroffe Felsklippen oder ein Flüßchen- jede Ecke ist wie eine Wundertüte.

Lofoten: Die E 10 folgt der Inselkette. Der Autor im Anflug auf einen Rastplatz.

Der Verfasser dieser Zeilen ist für gewöhnlich nicht auf den Mund gefallen, aber auf dem Videofilm zur Tour geht ihm immer wieder das Vokabular aus. Seinem Mitreisenden ergeht es kaum anders. Immer wieder stehen wir einfach da, sind völlig platt und sagen kaum ein Wort.

Die Straßen sind durchweg sehr gut. Die meisten Pisten sind asphaltiert, Schlaglöcher gibt es fast keine. Die Motoren summen bei 80 bus 90 Km/h wie die Bienchen. In der Ferne entdecken wir scheinbar immer wieder ausgedehnte Wälder, die sich aber beim Näherkommen als Tannenbüsche und Birkensträucher entpuppen. Die gewächse sehen aus wie richtige, große Bäume- sind aber meistens unter drei meter hoch, einzelne Exemplare bringen es auch mal auf fünf Meter.

Wir kommen uns ein bißchen vor wie in der Augsburger Puppenkiste: In dem Stück "Jim Knopf und Lukas, der Lokomotovführer" gibt es doch den Scheinriesen Herrn Tur Tur. Von weitem sieht er aus wie ein Riese, je näher man ihm kommt, desto mehr schrumpft er zusammen. Genauso kommen uns diese Bäume vor.

Bei einem unserer zahlreichen Foto-Stops beschließen wir, nicht wie ursprünglich geplant in einer Schleife nach Narvik zurückzufahren, sondern in Moskenes die Fähre nach Bodø zu nehmen. Die Überfahrt dauert laut unserer Karte etwa vier Stunden und kostet nur 224,- Kronen (etwa 30 Euro)- erspart uns aber etwa 500 Km Fahrerei.

Es ist ja nicht so, daß wir keine Lust auf 500 Extra-Kilometerchen hätten- aber leider haben wir nur zwei Wochen Zeit. Mit mehr Urlaub im Nacken hätten wir locker auch noch 5.000 Km rangehängt...

Wir haben beim Fahren eigentlich keine feste Reihenfolge. Ich habe aber etwas mehr Erfahrung als Motorradfahrer und fahre mit meiner Molly vorneweg, versuche dabei auf der Karte die Route wiederzufinden, auf die wir uns verständigt haben, und gebe auch das Reisetempo vor. Ich versuche, Markus im Rückspiegel im Auge zubehalten. Aber ab und zu überholt mich mein Reisekamerad auch und fährt mal ein Stückchen vorneweg. Aber nach einer Weile ist es ihm dann doch lieber, wenn die Landkarte wieder vorne ist.

Umso größer mein Schreck, als ich an der Fährstation ankomme: Markus ist weg!!  Wir brauchen eine halbe Stunde, bis wir uns wiederfinden. Was war passiert? Eine von Markus' Gepäckrollen hatte sich geöffnet. Er mußte kurz anhalten, um seine Regenkombi zu retten, die schon halb auf der Straße hing. Ich hatte das nicht mitbekommen (ich war gerade mit Kartegucken, Schilderlesen und Wegsuchen ausgelastet). So bin ich dann munter davongerauscht, und habe mir zunächst nichts gedacht, denn in den engen, kurvigen Straßen kommt es hier und da schon mal vor, daß ich meinen Gefährten nicht permanent im Spiegel sehe. Bei der Gelegenheit haben wir dann auch gleich herausgefunden, daß Markus' Handykarte in Norwegen nicht funktioniert...

Auf die Fähre müssen wir zwei Stunden warten. Wir verplempern die Zeit mit Kaffeetrinken, außerdem erledigen wir die Pflichten des Postkartenschreibens.

Dabei wäre es fast zum Eklat gekommen: Ich hatte 17 (!) Karten zu schreiben. Die habe ich aus dem Angebot herausgesucht, und auch gleich 17 Briefmarken dazugekauft.

Markus hatte wesentlich weniger postalische Grüße zu versenden. Er hat sieben Karten gekauft- mußte aber zu seinem namenlosen Entsetzen feststellen, daß der Kiosk nur noch zwei Postwertzeichen vorrätig hatte. Markus konnte seine Karten also nicht abschicken. Soweit ich weiß, hat er sie dann später persönlich überreicht. Wieder gab es böse Blicke für den armen Autor dieser Zeilen...

Nachdem das lästige Kartenschreiben (und für mich auch das Abschicken, hähä...) erledigt ist, gehen wir zurück zu den Maschinen, die wir an der Rampe zur Fähre geparkt haben. Dort kommen wir mit einer älteren Dame aus der Gegend von Hannover ins Gespräch. Das Mädel reist ganz alleine im Wohnmobil durch Norwegen. Bisher ist sie seit drei Monaten im Land, und zwei weitere liegen noch vor ihr. Erst im Oktober will sie zu einer Familienfeier wieder zuhause sein.

Eigentlich wollte sie diese Mammut-Tour zusammen mit ihrem Mann machen, aber der ist leider im Vorjahr verstorben. Und so hat sie sich, ihren Gatten im Herzen dabei, alleine auf den Weg gemacht. Sie ist eine sehr aufgeschlossene und freundliche Frau, die schon viel gesehen hat- sie versorgt uns haufenweise mit Tips und Streckenempfehlungen, von denen wir erst im Laufe unserer Fahrt entdecken werden, daß sie GOLD wert waren! Sollte uns das Mädchen jemals wieder über den Weg laufen, werden wir sie zum Essen einladen. Sachdienliche Hinweise werden gerne entgegengenommen.

Markus bekommt goldene Tipps von unserer flüchtigen Damenbekanntschaft.

Die Fahrt mit der Fähre ist eher unspektakulär.Wir fahren vier Stunden lang quer über das südliche Ende des Vestfjordes. Die Ansicht kennen wir schon von unserer Anreise mit der "Weser Stahl", darum haut uns auch die Aussicht nicht mehr um. Wir als alte Seebären kennen ja das Meer in all seinen Facetten. Wir haben daher beide viel geschlafen und uns die Zeit ansonsten mit dem Verzehr eines völlig überteuerten (dafür aber pappigen und nicht mehr ganz frischen) Brötchens vertrieben.

Gegen Ende der Fahrt passieren wir dann einige Schären, das sind vorgelagterte, flach abgeschliffene Inselchen. Dort können wir auch Papageientaucher besichtigen. Das sind putzige kleine Seevögel, die sehr freundliche Gesichter haben und ein wenig an Clowns im Frack erinnern. Naja, die Gesichter der Vögel sind zumindest aus menschlicher Sicht freundlich. Aus der Sicht eines kleineren Fisches, dem gerade so ein gefiederter Freund im Nacken hängt sehen die wahrscheinlich eher aus wie riesige, blutrünstige Monster. Aber wir sind ja keine Fische, und darum mögen wie die Tierchen.

Papageientaucher. (Bildquelle: wikipedia.de)

Gegen 23:00 Uhr (wer hat an der Uhr gedreht?) suchen wir uns einen Campingplatz. Wir möchten gerne eine Toilette und eine Dusche benutzen, darum campen wir heute nicht wild. Der Platz liegt direkt am Saltstraumen, das ist eine etwa 150 m breite Wasserstraße zwischen den Inseln Straumen und Straumøy. Hier gibt es die stärksten Gezeitenströme der Welt, und die wollen wir am nächsten Tag noch in Augenschein nehmen. Riesige Mengen Wasser quetschen sich durch die Enge Stelle, bilden dabei gewaltige Strudel und Mahlströme.

Auf diesem Campingplatz fällt auch zum ersten Mal der Satz, der uns von nun an den ganzen weiteren Urlaub lang begleiten wird. Der Campingwirt hat natürlich längst Feierabend, wir erreichen ihn aber über die Telefonnummer, die am Anmeldehäuschen angeschlagen ist. Er fragt uns, wieviele Personen wir seien, ob wir Fahrzeuge dabei haben und wie wir übernachten wollen. Wir antworten norwegisch-knapp mit "two persons, two motorcycles, tent!".  Ja, ich spreche schon einigermaßen Englisch, und ja- ich weiß auch daß wir "We're two persons. We arrived on our motorbikes and we have two tents, one each please." oder ähnliches hätten sagen müssen. Der Junge am Telefon war aber selber recht wortkarg (das ist durch einen Blick auf die Uhr leicht zu erklären), und so antwortete ich eben auch so knapp wie möglich.

Angenehmerweise geht der Wirt davon aus, daß wir nur ein Zelt dabeihaben, und so fällt die Rechnung am anderen Morgen erfreulich günstig aus. Von nun an dampfen unsere Englischkenntnisse auf fast Null ein, und immer, wenn wir uns auf einem Campingplatz anmelden, so beantworten wir die Frage nach wieviel, womit und worin mit "two persons, two motorcycles, tent!"

Das mag moralisch verwerflich sein, aber wir haben so kleine Zelte, daß wir locker all unser Equipment inklusive unserer Fahrzeuge auf einer kleinen Zeltparzelle unterbringen. Insofern hat der Platzwart nicht wirklich einen Verlust, und unser schlechtes Gewissen hält sich in engen Grenzen.

Seit dem Fähranleger in Bodø hat leichter Nieselregen eingesetzt. Wir sind froh, als wir etwas Warmes im Bauch haben und schließlich in unsere Schlafsäcke kriechen können.

 


 

Mittwoch, 27.07.2005 - Dritter Tourtag: Von Saltstraumen und Svartisen 

Wir haben unser Lager gestern bei Regen aufgeschlagen und auch über Nacht klopften immer wieder Tropfen auf unsere Zelte. Gegen Morgen läßt der Regen aber nach, und nachdem wir ausgeschlafen haben, bekommen wir unsere Klamotten einigermaßen trocken mit.

Aber kalt ist es geworden. Wir haben kein Thermometer dabei, aber die gefühlte Temperatur liegt deutlich unter 10 Grad. Wann immer die Sonne durch die dichte Wolkendecke bricht, steigt die Temperatur sofort fühlbar an- aber unter den Wolken oder auch im Schatten ist es ganz schön empfindlich. Immerhin sind wir immer noch etwa 100 Km nördlich des Polarkreises.

Wir sind heute spät aufgestanden, erst um 13:00 Uhr hatten wir alles zusammengepackt und auf den Motorrädern verschnürt. Unser erstes Ziel ist der Saltstraumen. Der ist aber so von oben betrachtet eher unspektakulär. Strudel haben wir keine gesehen, nur sich sehr schnell bewegendes Wasser. Vielleicht waren wir auch einfach zur falschen Zeit da.

Der Saltstraumen. Im Hintergrund die Brücke der Reichsstraße 17 ("Riksvei 17").

Die heutige Etappe geht als die 1000-Tunnel-3-Fähren-Tour in die (Reise-)Geschichte ein. Mit der zweiten Fähre überqueren wir den Polarkreis in südlicher Richtung, damit haben wir die Polarregion Norwegens nunmehr offiziell hinter uns gelassen. Ab jetzt wird es in der Nacht auch wieder dunkel werden.

Tatsächlich waren es wohl einige Tunnel weniger als 1.000, aber gefühlt sind wir alle 100 Meter in eine dieser oben bereits beschriebenen Röhren gefahren. Das ist erstmal nichts schlimmes- wäre da nicht eine Besonderheit, die uns die Tunnel bald hassen läßt: Innen im Berg ist es SAUkalt. Auf der fünfstufigen Skala mindestens eine zwei bis drei.

Kälter noch dürfte der Engabreen sein. Das ist die Gletscherzunge des Svartisen ("schwarzes Eis"), des zweitgrößten Gletschers in Norwegen. Der Anblick hat uns (wieder mal) völlig umgeworfen. Wir sind beide keine Fachleute für Schnee und Eis, aber trotzdem erkennen auch wir sofort den Unterschied zwischen dem Gletschereis und den Schneebrettern, die immer noch an den felsigen Berghängen zu finden sind.

Die Gletscherzunge des Svartisen heißt Engabreen. Hier eine Aufnahme von 1996.

Mit freundlicher Genehmigung von Mechthild und Otto Reuber, reuber-norwegen.de

Das Eis des Engabreen ist von sehr tief türkisblauer Farbe. Es hat etwas mächtiges, fast lebendiges. Man glaubt fast, den Gletscher auf sich zukommen zu sehen. Ich kann es nur schwer beschreiben, aber der Gletscher sieht ganz anders aus als jedes Eis, das ich vorher gesehen habe.

Es macht uns aber auch ein wenig nachdenklich, denn vor nicht allzulanger Zeit reichte das Eis noch das ganze Jahr über bis an das Wasser des Holandsfjodes heran- heute sind Gletscher und Fjord schon 50 Meter auseinander. Wir sind bestimmt beide keine Ökofreaks, aber wenn man die Folgen von Klimawandel und Erderwärmung so drastisch angucken kann, dann macht einen das wirklich nachdenklich.

Ehrlich beeindruckt fahren wir weiter. Das Wetter wird immer schlechter, zu peitschendem Wind kommt jetzt auch noch heftiger Regen. Wir beschließen, für heute Schluß zu machen und bauen unsere Zelte auf irgendeiner Schutthalde am Wegesrand auf. Unser Essen kochen wir in der Apside meines Zeltes (von Markus vorher noch als "Palast" verspottet). Alles ist klamm, feucht und ungemütlich. Zelten bei Regen und Sturm hat einen sehr hohen Frustkoeffizienten! Ich schreibe noch schnell dieses Tagebuch, und krieche dann in meinen Schlafsack.

Gute Nacht!


 Donnerstag, 28.07.2005 - Vierter Tourtag: Nach Steinkjer

Heute morgen schieben wir Frust. Das Wetter ist immer noch bescheiden, wir bauen  unser Lager auf der Müllkippe bei Regen und Wind ab. Alles ist naß, alles ist dreckig, alles ist scheiße. A propos: Das aufgeweichte Toilettenpapier, daß mir nach Verrichtung meiner Notdurft über einem selbstgegrabenen Loch zur Verfügung steht, macht die Sache auch nicht besser. Wenigstens die Hände kann ich mir in einem Rinnsal vernünftig waschen.

Gegen 11:15 Uhr brechen wir auf. Wir beschließen, das Elend so weit wie möglich hinter uns zu lassen und legen einen Meilen-Tag ein. Wir wollen heute ordentlich Kilometer fressen. Das klappt auch wunderbar; wir machen weniger Fotopausen als sonst, durchqueren aber wunderbare Landschaften. Wir folgen weiter der Reichsstraße 7, biegen dann auf die E 6 ein. Wir wagen ein Experiment: Mit Gaffertape ("Panzerband") kleben wir die Videokamera auf meinem Tankrucksack fest. Wir wollen ein paar Impressionen der Tour auch vom Motorrad aus einfangen.

Eine Holzbrücke mitten im Nirgendwo.

Je weiter wir nach Süden kommen, desto besser wird das Wetter. Zunächst regnet es noch. das ist beim Fahren nicht so schlimm, aber im Zelt nervt es. Doch bald hört der Regen auf, und nach einer Weile bricht sogar die Sonne wieder durch. Die Laune der beiden Reisenden steigt mit der Außentemperatur!

Heute wollen wir wieder auf einen Campingplatz. Wir finden auch ein sehr nettes Plätzchen in der Nähe von Steinkjer, etwa 130 Km nördlich von Trondheim. Diese mittelnorwegische Stadt wollen wir morgen erreichen, wir liegen prima im Plan.Wir trocknen unsere Ausrüstung, haben jetzt jeder einen großen Schlag heißer Suppe und fünf Bratwürste im Bauch- und fühlen uns wieder sauwohl.

Heute gibt's was Leckeres vom Schlachter.

Die Campingplätze haben uns bisher zwischen 90,- und 110,- NKr abgenommen, also etwa 13 bis 16 Euro. Für beide zusammen. Angesichts dieser Preise beschließen wir, künftig weniger wild zu campen und mehr auf Zeltplätzen zu übernachten. Es hat einfach Vorteile, sowohl eine heiße Dusche als auch eine Toilette benutzen zu können...

Tag hielt für Markus noch eine Überraschung der unangenehmen Art bereit: Bei dem Versuch, sich mit frischem Bargeld zu versorgen, mußte er feststellen, daß nicht nur seine Handy- sondern auch seine EC Karte in Norwegen nicht funktioniert. Wird Zeit, daß die Brüder in die EU kommen! Wir sind also auf meine Karte angewiesen, denn die geht. Nur ob mein armes, leeres Konto das übersteht, ist fraglich. Markus löst das Problem schnell und unbürokratisch: Telefonisch erteilt er Anweisung nach Hause, etwas Geld von seinem auf mein Konto zu übertragen. Jetzt kann kaum noch etwas schiefgehen.

Wir sitzen noch bis zum Dunkelwerden draußen vor den Zelten und reden. Der schlechte Start in den Tag ist schon längst vergessen!


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Zuletzt angepasst 14.09.2010 um 18:22

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